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Regel Benedikt 7 (3) - Die Demut


RB 7 62 - 66

(ab 67 - 70 Ausklang zu den Stufen der Demut)
zu lesen am 9.2. ; 10.6. ; 10.10. eines Jahres

Die Zwölfte Stufe der Demut

Wenn man es so liest wie angegeben und wörtlich umsetzen soll, kommt es zu körperlichen Haltungsschäden.
Es wirkt sich dann eher beengend und reglementierend auf die Persönlichkeit aus und hat nichts von der befreienden, bejahenden und auf allen Ebenen bereichernden Botschaft Christi.

Die biblichen Zitate sind wieder (wie zuvor schon erwähnt) aus dem Zusammenhang gerissen und geben somit Wasser auf die Mühlen derer, die behaupten, daß in der Bibel jeder das findet, was für seine Interessen nützlich ist.

Doch selten steht ein Vers für sich und es ist ratsam, ihn im Kontext des jeweiligen Buches, Absatzes oder der Geschichte, Parabel o.ä. zu betrachten.

Kurz ein Auszug des Textes zur 12. Stufe der Demut:
RB 7, 63: Haupt immer geneigt, ... , Blick zu Boden gesenkt.
RB 7, 66: "Gebeugt bin ich und tief erniedrigt."

Mit Vers 66 endet im Grunde die Beschreibung der zwölf Stufen der Demut, ab Vers 67 werden Belohnungen in Aussicht gestellt, wenn man diese Stufen beherzigt.

Verse 67 - 70 sollen nicht Gegenstand der Betrachtungen werden, betonen sie doch zu sehr die Pech- und Schwefel-Philosophie der etablierten Kirche.

Kommen wir zurück zu Vers 65 der Regel 7 des Benedikt und schauen uns den Kontext in Lukas 15:18-19 und Lukas 18:13 an

Lukas 15:18-19 ist das Gleichnis vom verlorenenen Sohn
Lukas 18:13 ist die Geschichte vom Pharisäer und Zolleinnehmer
Beides sind erhabene Geschichten der Liebe und der Gerechtigkeit - sie haben nichts mit der äußeren Haltung zu tun, die in der Regel des Benedikts vorgeschrieben ist.

In Lukas 15:11-31 kehrt sich der Sohn vom Vater ab, läßt sich sein Erbteil ausbezahlen und verpraßt es, scheitert kläglich, lebt wie das Vieh und kehrt zum Vater zurück, der ihn herzlich aufnimmt und ein Fest veranstaltet - der ältere Bruder kann es nicht verstehen.


Ja, der Sohn sagt, daß er nicht mehr wert sei, "Sohn" geheißen zu werden, aber der Vater nimmt ihn in seiner Liebe auf und erhöht ihn für sein Zurückkommen.

Lukas 18:9-14 Zwei Menschen im Tempel, der eine dankte dafür nicht so zu sein, wie die anderen und besonders nicht so zu sein, wie sein im Raum mit Betender, denn er - der Danker - hält die Gebote mit fasten und spenden ein (also wirklich gottgefällig und "nahe bei IHM"); der andere/ der vom ersten
Verachtete (sich seines Verhaltens aber sehr bewußt) wagte es nicht bis zum Altar vorzugehen und erkannte seine Menschlichkeit und bat um Gnade und ging.
Vielleicht nicht wissend, daß sie ihm gewährt wurde - aber sie dennoch erhalten hat.

Beide Bibelstellen sind als Verweise zu diesen Versen der Regel des Benedikt angegeben (Buroner Kunstverlag 2006, 3. Auflage 2011) - aber sie werden nicht verlesen,

 

nur der Text der Benedikt-Regel:
"Herr, ich Sünder bin nicht würdig." und "Gebeugt bin ich und tief erniedrigt."

Warum? Ich habe keine Antwort.

Wenn man sich den Kontext anschaut, dann wird die Erhabenheit und Gnade des Chrsitus-Geistes sichtbar.
Wir dürfen sein wie wir sind, wir dürfen fehlen - vielleicht müssen wir es auch - um uns zu erinnern, daß wir letztlich auf dem Weg sind und aus dem herauswachsen, was mal in unserem Leben war, und das genau dies Frucht bringen wird und uns "bereichert" (Lukas 15) oder

das uns genau das "befähigt" was andere erkennen, wenn wir unser Leben umkehren und so ein Beispiel sind für das Gute, Wahre und Schöne (schlicht: GOTT).

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